Day: 21. Mai 2014

Zum Ausstechen, zum Mitbringen

Das Holstentor zum Ausstechen. Weihnachten kommt bestimmt...

Das Holstentor zum Ausstechen. Weihnachten kommt bestimmt…

Natürlich gibt es bei einer Veranstaltung wie dem Hansetag auch Mitbringsel. Und da meine ich jetzt nicht die vielen Eindrücke, die uns hoffentlich alle noch lange in Erinnerung bleiben werden. Und ich denke dabei auch nicht an viele bunte Fotos. Für den Hansetag („Lübeck auf Immerwiedersehen“) wurden verschiedene Souvenirs mit dem Logo der Hanse-Veranstaltung produziert. Alles in rot-weiß, den Farben der Hanse. Da gibt es Becher, Taschen, Schlüsselanhänger, Servietten und die unvermeidlichen Kugelschreiber.

Aber es sind beispielsweise auch Hansetag-Tee erhältlich (natürlich mit Marzipan-Note) und Formen zum Ausstechen – in Form des Holstentores, des Wahrzeichens der Hansestadt Lübeck. Da könnten so manche Weihnachtskekse in Deutschland und darüber hinaus in diesem Jahr eine ganz besondere, Lübecker Fasson haben…

Lübeck lächelt

Mit diesem Schild wird die Einbecker Delegation bei der Eröffnungsfeier einziehen. Ich hab's heute vor der Bühne am Holstentor schon mal in Augenschein genommen...

Mit diesem Schild wird die Einbecker Delegation bei der Eröffnungsfeier einziehen. Ich hab’s heute vor der Bühne am Holstentor schon mal in Augenschein genommen…

Und Einbeck lächelt zurück. Heute war ich den ganzen Tag in der Innenstadt unterwegs und konnte es spüren, Lübecker haben mir bestätigt, dass ein ganz besonderes Gefühl herrscht. Die Stadt vibriert vor Vorfreude förmlich. Überall fleißige Menschen, die Zelte aufbauen, Fahnenmasten aufstellen, noch hier hämmern und dort streichen. Die Königin putzt sich zum Mega-Event. Eine Stadt im Ausnahmezustand. Im fröhlichen.

Die ersten Proben für die Eröffnungsfeier namens „Schlaglichter“ mit 350 Mitwirkenden auf der 260-Quadratmeter-Bühne haben gut funktioniert, erzählte heute Regisseur Bernd Krieger. Und auch der Einzug der Delegierten (je vier pro Hansestadt) war kein Problem, dauerte sogar nicht so lange wie im minutengenauen Zeitplan, berichtete der Theatermann. „Wir haben eine Acht-Sekunden-Taktung, die ehrenamtlichen Lübeck-Lotsen geben die Pace vor“, sagte Krieger. Hoffentlich halten sich auch alle Delegierten an diesen Takt. Und wenn nicht?, frage ich Krieger. „Die können gar nicht anders“, sagt er gut gelaunt.

Die örtliche Zeitung, die Lübecker Nachrichten, haben heute in einem Kommentar die Lächel-Devise ausgegeben. Königliche Gastgeber, noch weltoffener als sonst – das sollen und wollen die Lübecker sein. Bei denen, die ich heute getroffen habe, hat das übrigens bereits blendend funktioniert

Entspannen im Sitzsack

Relaxen, Probesitzen: Andreas Gastager, Bernd Saxe, Oliver Saggau, Bernd Reiner Krieger.

Relaxen, Probesitzen: Andreas Gastager, Bernd Saxe, Oliver Saggau, Bernd Reiner Krieger.

Nicht nur der Hansetag ist in der City, auch der Sommer. 29 Grad heute, blauer Himmel, Sonnenschein, das viertägige Festprogramm mit 350 Einzelveranstaltungen kann zum schweißtreibenden Marathon werden. Muss es aber nicht. Dafür sorgt die Chillout-Lounge unweit des Holstentors. Rote Liegestühle und Sitzsäcke sollen für Entspannung sorgen.

Auch wenn ich persönlich mir ja ein Schattenplätzen suchen würde, bequem sind die Sitzsäcke! Insgesamt gibt es 105 Liegestühle, 65 Kinderliegestühle, 64 Doppelliegestühle, 30 Sitzsäcke und 85 Sitzquader. Die werden angesichts der erwarteten Besucherzahlen heiß begehrt sein…

Themenpartner der Chillout-Lounge ist die Sparkasse zu Lübeck. Der Hansegedanke sei in Zeiten von Globalisierung und Internet aktueller als jemals, sagt Vorstandsmitglied Oliver Saggau. Den wirtschaftlichen und menschlichen Netzwerk-Gedanken, der schon die Hanse bestimmt habe, lebe die Sparkasse in der Hansestadt auch seit fast schon 200 Jahren. Und im nächsten Jahr, sagte mir Saggau, will die Sparkasse auch bei Sozialen Netzwerken und Blogs dabei sein. Gut so.

Zahlen gefällig?

Acht Kilometer Wimpelketten hängen über den Straßen in Lübeck.

Acht Kilometer Wimpelketten hängen über den Straßen in Lübeck.

Wenn der Hansetag bei der Königin stattfindet, der „Königin der Hanse“, wie sich Lübeck immer gerne nennt, dann wird nicht gekleckert. Die Zahlen, die heute bei der Auftakt-Pressekonferenz genannt wurden, sind beeindruckend. „Wir sind bestens vorbereitet, der Hansetag kann kommen“, sagte der Vormann der Hanse, Bürgermeister Bernd Saxe, im sommerlichen Sonnenschein.

Lübeck erwartet 1600 Delegierte aus 122 Hansestädten aus 15 Ländern – und nahezu eine halbe Million Gäste aus Nah und Fern. Diese logistische Herausforderung hat die Stadt angenommen, die Altstadtinsel wird vier Tage lang von der Hanse bestimmt. Nichts geht mehr, wer mit dem Auto dort etwas erledigen möchte (das muss man aber ja auch nicht, alles ist fußläufig gut erreichbar). Auf der 60.000 Quadratmeter großen Innenstadt-Veranstaltungsfläche gibt es 370 Stände, allein 160 beim Hansemarkt. So groß wie dieser Hansemarkt der weißen Pagodenzelte aus den Hansestädten ist sonst in Lübeck der Weihnachtsmarkt…

25.000 Fähnchen sollen ab der Eröffnungsfeier an die Besucher ausgegeben werden, für die Auftaktveranstaltung mit Bundespräsident vor dem Holstentor wurden acht Gullydeckel verschweist, eine 260 Quadratmeter große Bühne vor Lübecks Wahrzeichen aufgebaut, auf der 350 Menschen mitwirken.

Zurück in die Zukunft

Witzig: das Kiesl-Projekt von Jürgen Hille aus Neuss.

Witzig: das Kiesl-Projekt von Jürgen Hille aus Neuss.

Ernsthaft, unterhaltsam und mitunter auch humorvoll – so will die Sonderausstellung „HanseArtWorks“ sein, die nicht nur während der Hansetage, sondern noch bis 22. Juni in der Kunsthalle St. Annen zu sehen sein wird. Heute durften Journalisten schon mal die 19 Video-Kunst-Arbeiten aus acht Ländern ansehen.

Da war ich gerne dabei. Manche ernsthaft, andere zum Schmunzeln – so sind in der Tat die gezeigten Videos. Bei Video-Installationen muss man sich die Zeit nehmen, um alles zu erfassen. Das gelingt bei einigen Arbeiten schneller als bei anderen. Aber so ist das bei Kunst, ob Ölgemälde, Skulptur oder Video. Es kommt zu nicht geringem Maße auf das Auge des Beschauers an.

In den 181 Hansestädten aus 16 Ländern, die dem Städtebund angehören, wurden Videokünstler ausgefordert, Arbeiten zum Thema „Zurück in die Zukunft“ einzureichen. Aus Einbeck ist leider niemand dabei. Videokunst sei eine sehr spezielle Kunst, die es nicht in jeder Hansestadt gebe, sagt Museumsdirektor Dr. Thorsten Rodiek. Wobei mir in der Tat auch noch kein ausgewieser Videoinstallateur aus Einbeck in der Szene aufgefallen wäre. Aus den Einsendungen hat eine Jury die 19 Videos ausgewählt, die bei dem Ausstellungsprojekt nun gezeigt werden. Während der Hansetage ist der Eintritt frei, anschließend kostet der Besuch 6 Euro (Erwachsene).

Jessica Koppe aus Herford. Sie verarbeitet in "Back to the future 2014" den Tod ihres Vaters und die Geburt ihres Kindes.

Jessica Koppe aus Herford. Sie verarbeitet in „Back to the future 2014“ den Tod ihres Vaters und die Geburt ihres Kindes.