Holstentor

Bewegter Hansetag

Das Holstentor war die Kulisse.

Das Holstentor war die prächtige Kulisse.

Der Hansetag hat viele Menschen bewegt. Rund 500.000 dazu, nach Lübeck zu kommen. Die Herzen, weil die „Königin der Hanse“ ein guter Gastgeber war. Eine Fülle von Eindrücken haben die Gäste in Geist und Herz gespeichert. Auf Immerwiedersehen. Ein paar auch jeder auf seinem digitalen Speichermedium, das ja offenbar so gut wie jeder dabei hatte.

Ich habe abschließend ein Video zusammengestellt. Dabei ist mir aufgefallen, wie schwer es war, aus der Fülle des Materials auszuwählen, deshalb hat es auch ein paar Tage gedauert. Ich habe es versucht, trotzdem ist der Film gut 9 Minuten lang geworden. Es war einfach zu schön, Entschuldigung 😉

Advertisements

Chillen mit Zeitsprung

Beliebt bei Besuchern: das Café Zeitsprung.

Beliebt bei Besuchern: das Café Zeitsprung.

Wer während des Hansetages mal verpusten wollte (oder ob der sommerlichen Temperaturen musste), hatte vielfältige Gelegenheiten. Eine der schönsten und eine mit Blick aufs Wahrzeichen Lübecks, das Holstentor, war die Wiese vor der Tourist-Information. Dort gab es nicht nur eine Chillout-Lounge mit roten Sparkassen-Sitzsäcken und Liegestühlen, sondern auch das Café Zeitsprung.

An alle Details gedacht.

An alle Details gedacht.

Lübecks Tourismus-Chefin Andrea Gastager hatte beim vorherigen Hansetag in Herford das kleine Café im Stil der 50-er Jahre entdeckt – und Sabine Fordemann (gebürtige Bayerin wie Gastager) sofort nach Lübeck verpflichtet. Dort war das Café mit 50 Sitzplätzen deutlich größer als in Herford, dort konnte jeder einen stilechten Zeitsprung in die 50-er Jahre machen: Nierentisch, Illustrierte aus der Zeit, Radio, Frisierkommode – bei vielen Besuchern, die auf einen Kaffee, Eierlikörchen oder Milchshake vorbei kamen, stellte sich schnell Nostalgie ein.

Vor dem Start in den Finaltag kehrte auch Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe mit Andrea Gastager und weiteren Mitarbeitern des Hansetag-Orgateams auf einen Kaffee ein – ob er einen Zeitsprung in die Tage nach den stressigen Hansetagen machte, ist nicht überliefert…

Sabine Fordemann serviert Bürgermeister Bernd Saxe (l.) mit seinem Team einen Kaffee.

Sabine Fordemann serviert Bürgermeister Bernd Saxe (l.) mit seinem Team einen Kaffee.

 

Ausruhen, verpusten: vor dem Holstentor chillen.

Ausruhen, verpusten: vor dem Holstentor chillen.

Ohne Marzipan geht nichts

Kein Empfang ohne Marzipan.

Kein Empfang ohne Marzipan.

Lübeck? Hanse? Ja, aber jeder denkt doch erstmal ans Marzipan. Das meinten offenbar auch die Macher des offiziellen Empfangs zum Start des Hansetages. Nachdem bei allen der sommerliche Schweiß geflossen war, als Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe im ehrwürdigen, aber stickig heißen Rathaussaal die Vertreter aus den Hansestädten begrüßt hatte, ging’s für alle einmal über die Straße. Holger Strait, die siebte Generation der Marzipan-Dynastie Niederegger, lud ins Stammhaus.

Dort, im angenehmen (weil klimatisierten!) Café Niederegger, kamen die offiziellen Vertreter der Hansestädte bei kulinarischen Köstlichkeiten ins zwanglose Gespräch, viele Bürgermeister waren unter den über 200 Gästen. Einbeck war durch Rathaus-Vize Dr. Florian Schröder und Wirtschaftsförderin Ines Rubrecht-Naleppa vertreten.

Im Marzipan-Haus: Ines Rubrecht-Naleppa und Dr. Florian Schröder mit Niederegger-Geschäftsführer Holger Strait (l.)

Im Marzipan-Haus: Ines Rubrecht-Naleppa und Dr. Florian Schröder mit Niederegger-Geschäftsführer Holger Strait (l.)

Marzipan-Chef Strait zeigte beiden (und natürlich allen anderen Gästen, auch uns Journalisten) am Eingang, wo sein Unternehmen die lukullischen Leckereien vorbereitet hatte.

Was Schröder zu dem nicht ganz ironiefreien Tweet veranlasste:

Gut, dass die Wege kurz sind in Lübeck, so konnten alle pünktlich vor dem Holstentor sein, um die Eröffnungsfeier mitzuerleben. Obwohl die Marzipan-Happen und die gekühlten Räumlichkeiten zum längeren Sitzen bleiben durchaus verleitet haben. Doch dann hätte man etwas verpasst, einen lockeren Sommerabend vor traumhafter Holstentor-Kulisse mit einem Feuerwerk.

Vor der Eröffnungsfeier: Ines Rubrecht-Naleppa und Dr. Florian Schröder vor dem Holstentor.

Einbecker Delegierte vor der Eröffnungsfeier am Holstentor: Ines Rubrecht-Naleppa und Dr. Florian Schröder.

Traumstart

Matthias Oberbeck, Linda Cassel, Jens Andermann und Mia Van Tran ziehen bei der Eröffnungsfeier ein.

Matthias Oberbeck, Linda Cassel, Jens Andermann und Mia Van Tran aus Einbeck ziehen bei der Eröffnungsfeier vor dem Holstentor ein.

Da gebe ich der örtlichen Tageszeitung gerne recht, die per Live-Ticker berichtet: Ein Traumstart war die offizielle Eröffnungsfeier für das viertägige Festprogramm mit Feuerwerk gekröntem Finale; 10.000 Menschen waren laut Polizei bei bestem Sommerwetter dabei, der Regen kam erst in der Nacht.

Für die vier Einbecker, die beim halbstündigen Einzug der 122 Hansestädte-Delegationen durchs Holstentor schreiten durften (das „Einbeck“-Schild trug ein ehrenamtlicher Lübecker Hansetag-Lotse), war das ein Spektakel, ein spannendes Erlebnis, so – wenn auch nur für kurze Minuten – im Blickpunkt vieler zu stehen, wie sie im Anschluss erzählen. „Das hat das Ganze groß gemacht“, sagte mir heute Touristikerin Linda Cassel von Einbeck Marketing.

Auch der Zeitplan funktionierte, der minutengenau geplant war. Organisatorisch hat Lübeck offenbar alles im Griff, ein paar Kleinigkeiten gibt es immer zu optimieren (zum Beispiel Sitzmöglichkeiten für die Delegierten fehlten, nachdem diese eingezogen waren und dann stehen mussten) und einige sind bei einer solchen Mega-Veranstaltung einfach unvermeidlich.

Musikalisch mäanderte die Eröffnungsfeier zwischen einer Mischung aus Pop-Schlager und Monumental-Klassik, als zum Start die Eurovisionshymne gespielt wurde (Marc Antoine Charpentier – Te Deum Prelude) witzelten nicht nur wir Journalisten, ob jetzt die Live-Übertragung von „Wetten, dass?“ beginnt… Die Eröffnungsfeier hatte durchaus vieles vom hanseatischen Lagerfeuer, um das sich die Hansefamilie versammelte.

Zum Ausstechen, zum Mitbringen

Das Holstentor zum Ausstechen. Weihnachten kommt bestimmt...

Das Holstentor zum Ausstechen. Weihnachten kommt bestimmt…

Natürlich gibt es bei einer Veranstaltung wie dem Hansetag auch Mitbringsel. Und da meine ich jetzt nicht die vielen Eindrücke, die uns hoffentlich alle noch lange in Erinnerung bleiben werden. Und ich denke dabei auch nicht an viele bunte Fotos. Für den Hansetag („Lübeck auf Immerwiedersehen“) wurden verschiedene Souvenirs mit dem Logo der Hanse-Veranstaltung produziert. Alles in rot-weiß, den Farben der Hanse. Da gibt es Becher, Taschen, Schlüsselanhänger, Servietten und die unvermeidlichen Kugelschreiber.

Aber es sind beispielsweise auch Hansetag-Tee erhältlich (natürlich mit Marzipan-Note) und Formen zum Ausstechen – in Form des Holstentores, des Wahrzeichens der Hansestadt Lübeck. Da könnten so manche Weihnachtskekse in Deutschland und darüber hinaus in diesem Jahr eine ganz besondere, Lübecker Fasson haben…

Entspannen im Sitzsack

Relaxen, Probesitzen: Andreas Gastager, Bernd Saxe, Oliver Saggau, Bernd Reiner Krieger.

Relaxen, Probesitzen: Andreas Gastager, Bernd Saxe, Oliver Saggau, Bernd Reiner Krieger.

Nicht nur der Hansetag ist in der City, auch der Sommer. 29 Grad heute, blauer Himmel, Sonnenschein, das viertägige Festprogramm mit 350 Einzelveranstaltungen kann zum schweißtreibenden Marathon werden. Muss es aber nicht. Dafür sorgt die Chillout-Lounge unweit des Holstentors. Rote Liegestühle und Sitzsäcke sollen für Entspannung sorgen.

Auch wenn ich persönlich mir ja ein Schattenplätzen suchen würde, bequem sind die Sitzsäcke! Insgesamt gibt es 105 Liegestühle, 65 Kinderliegestühle, 64 Doppelliegestühle, 30 Sitzsäcke und 85 Sitzquader. Die werden angesichts der erwarteten Besucherzahlen heiß begehrt sein…

Themenpartner der Chillout-Lounge ist die Sparkasse zu Lübeck. Der Hansegedanke sei in Zeiten von Globalisierung und Internet aktueller als jemals, sagt Vorstandsmitglied Oliver Saggau. Den wirtschaftlichen und menschlichen Netzwerk-Gedanken, der schon die Hanse bestimmt habe, lebe die Sparkasse in der Hansestadt auch seit fast schon 200 Jahren. Und im nächsten Jahr, sagte mir Saggau, will die Sparkasse auch bei Sozialen Netzwerken und Blogs dabei sein. Gut so.

Bundespräsident ohne Blitz

Bundespräsident Joachim Gauck.

Bundespräsident Joachim Gauck, hier nach seiner Wahl im März 2012 im Reichstagsgebäude.

Der erste Mann im Staate, der Bundespräsident, gibt sich die Ehre: Joachim Gauck und Daniela Schadt werden zur Eröffnungsfeier des Hansetages am Donnerstag vor dem Holstentor erwartet. Da gelten natürlich strenge Sicherheitsbestimmungen. Die strengsten wurden den Medien heute mitgeteilt: Während des Festaktes darf nicht mit Blitzen fotografiert werden. Nun gut, das lässt sich einrichten. Denn die moderne Kameratechnik von uns Medienvertretern (die übrigens vor der Veranstaltung von Sicherheitsleuten überprüft wird) benötigt nicht mehr zwingend einen Blitz.

Eine halbe Stunde ist nach dem Einmarsch der Hanse-Delegationen vorgesehen für die Eröffnungsansprachen von Bundespräsident, Ministerpräsident und Bürgermeister. Das klingt schön kompakt, angesichts einer 100-minütigen Eröffnungsveranstaltung, bei der vor allem die Musik im Vordergrund stehen wird. Und ein Feuerwerk zu den Klängen der Carmina Burana zum Abschluss. O fortuna!