Kunst

Ein Bild aus Einbeck

Das Leske-Bild in der Hanse-Ausstellung in Rostock.

Insgesamt 66 Künstler, Designer und Kunsthandwerker aus verschiedenen Hansestädten von A wie Anklam bis Z wie Zuthpen (Niederlande) beteiligen sich an der Internationalen Hanse-Ausstellung „Inspiration durch Vielfalt“, die noch bis zum 8. Juli in der Hochschule für Musik und Theater Rostock zu besichtigen ist und anschließend unter anderem zu den nächsten Hansetagen ausgeliehen werden kann. Ausgestellt werden sowohl Bilder als auch Skulpturen und Objekte, die Verbindungen der Hansestädte in Handel, Kultur und politische Verknüpfungen widerspiegeln sollen. Rostock hatte die Hansestädte vor einem Jahr aufgerufen, sich zu beteiligen und hatte sozusagen selbst um Geburtstagsgeschenke zum 800. Stadtgeburtstag gebeten. 1000 Euro lobte die Hansestadt an der Warnow für die teilnehmenden Künstler aus. Zur Ausstellung ist ein informativer Katalog erschienen, der einen guten Überblick bietet.

Der Einbecker Beitrag stammt von Werner Leske, das Bild ist gleich am Eingang zu finden, direkt gegenüber von Brilon mit seinem „Modell vom Kyrilltor“ (wie passend, fast wie beim Hansemarkt), der Hansetag-Stadt 2020. Ausgewählt hatte Leskes Ölgemälde Einbecks Kunst- und Kultur-Sachgebietsleiterin Dr. Elke Heege. „2007 nahm ich eine Leinwand, griff zu Stift, Pinsel und Farbe und malte ein Bild und nannte es: zueinander? miteinander? auseinander?“, berichtet der Künstler und Galerist aus Einbeck. Zu sehen ist auf dem Bild auf der linken Seite das christliche Abendland mit seinen dominierenden Kirchenbauten, auf der rechten Seite mit der Architektur des Islams, ganz rechts „ein vieldeutbares Baugebilde, also die Unterkünfte für Andersgläubige“, wie Werner Leske beschreibt. Der Zugang, das Tor, jedoch ist verschlossen. Zu Zeiten der Hanse öffnete man sich, ließ die Schranken fallen und öffnete das Tor, gewann dadurch Vorteile. Diese Bedeutung der Hanse solle sich der amerikanische Präsident heute mal erklären lassen, meint Leske. Im Zentrum des Gemäldes ist deshalb ein Transparent zu erkennen: „Auf das Tor! Die Hanse macht es vor.“

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Zurück in die Zukunft

Witzig: das Kiesl-Projekt von Jürgen Hille aus Neuss.

Witzig: das Kiesl-Projekt von Jürgen Hille aus Neuss.

Ernsthaft, unterhaltsam und mitunter auch humorvoll – so will die Sonderausstellung „HanseArtWorks“ sein, die nicht nur während der Hansetage, sondern noch bis 22. Juni in der Kunsthalle St. Annen zu sehen sein wird. Heute durften Journalisten schon mal die 19 Video-Kunst-Arbeiten aus acht Ländern ansehen.

Da war ich gerne dabei. Manche ernsthaft, andere zum Schmunzeln – so sind in der Tat die gezeigten Videos. Bei Video-Installationen muss man sich die Zeit nehmen, um alles zu erfassen. Das gelingt bei einigen Arbeiten schneller als bei anderen. Aber so ist das bei Kunst, ob Ölgemälde, Skulptur oder Video. Es kommt zu nicht geringem Maße auf das Auge des Beschauers an.

In den 181 Hansestädten aus 16 Ländern, die dem Städtebund angehören, wurden Videokünstler ausgefordert, Arbeiten zum Thema „Zurück in die Zukunft“ einzureichen. Aus Einbeck ist leider niemand dabei. Videokunst sei eine sehr spezielle Kunst, die es nicht in jeder Hansestadt gebe, sagt Museumsdirektor Dr. Thorsten Rodiek. Wobei mir in der Tat auch noch kein ausgewieser Videoinstallateur aus Einbeck in der Szene aufgefallen wäre. Aus den Einsendungen hat eine Jury die 19 Videos ausgewählt, die bei dem Ausstellungsprojekt nun gezeigt werden. Während der Hansetage ist der Eintritt frei, anschließend kostet der Besuch 6 Euro (Erwachsene).

Jessica Koppe aus Herford. Sie verarbeitet in "Back to the future 2014" den Tod ihres Vaters und die Geburt ihres Kindes.

Jessica Koppe aus Herford. Sie verarbeitet in „Back to the future 2014“ den Tod ihres Vaters und die Geburt ihres Kindes.